Blonde Frau von hinten läuft auf der Straße

Der Weg ist das Ziel: Wie du deine Reise genießt

Eines der wohl bekanntesten Zitate von Konfuzius – Der Weg ist das Ziel.

Ich weiß nicht wie oft ich mir diesen Spruch vorgesagt habe, um am Ball zu bleiben, um durchzuhalten und um die Zähne zusammenzubeißen, wenn der Weg mal wirklich schwierig und steinig war.

Im Nachhinein muss ich über mich schmunzeln, weil ich mir diesen Satz so oft vorgesagt habe und dennoch so lange gebraucht habe, um ihn wirklich zu verstehen.

Was versteht man unter: Der Weg ist das Ziel?

Das höchste menschliche Ziel war in Konfuzius Augen ein edler Mensch zu sein, was für ihn wiederum bedeutete sich in Harmonie mit dem Weltganzen zu befinden.

Der Weg geht über die Bildung. Also die Arbeit an uns selbst – was heutzutage wohl mit Persönlichkeitsentwicklung übersetzt werden würde. 

Für mich hat dieses Zitat aber vor allen Dingen noch eine weitere Bedeutung: Lebe im hier und jetzt!

Ziele liegen immer in der Zukunft.

Der Weg, den wir gehen geht zwar auch in Richtung Zukunft, aber darauf befinden wir uns jetzt, hier und heute.

Wer weiß, ob wir diesen Tag X in der Zukunft jemals erreichen werden. Also sollten wir das genießen, was wir jetzt haben.

Wo ein Weg ist ist auch ein Ziel, richtig?

Nicht unbedingt.

Vielleicht geht dir nun ein ähnlicher Gedanke wie mir durch den Kopf: „Moment mal, ich dachte immer, dass man nur richtig erfolgreich sein kann, wenn man sich konstant neue Ziele setzt?“

Aber anscheinend ist dem nicht so, denn ich stoße beim Stöbern immer wieder auf Artikel oder Podcasts in denen sehr erfolgreiche und inspirierende Menschen interviewt werden, die angeben, gar keine Ziele zu haben.

Auch wenn uns durch verschiedene Fragestellungen immer wieder der Eindruck vermittelt wird, dass es ohne Ziele keinen Erfolg gibt.

Wie z.B. in der Geschäftswelt – bei jedem Mitarbeiter- oder Vorstellungsgespräch wird auf die Ziele eingegangen „Wo sehen Sie sich in 1,3,5 Jahren?“.

Oder die typische Frage schon im Kleinkindalter „Was möchtest du mal werden, wenn du groß bist?“.

Und dann die erschrockenen Gesichter der älteren Generation, wenn ein Student auf die Frage mit: „Weiß noch nicht, irgendwas wird sich schon ergeben. Ich mach erst mal mein Studium fertig und dann seh ich weiter“ antwortet.

Manchmal denke ich mir, das ist ein bisschen so, wie wenn du ein 18-jähriges Mädchen fragen würdest: „Was für einen Typ Mann wirst du mal heiraten?“.

Natürlich haben fast alle eine Antwort darauf – aber wie viele Antworten davon stimmen letzten Endes mit dem Endergebnis überein? Eben, nicht so viele.

Man muss nicht immer von Anfang an ein Ziel vor Augen haben und manchmal ergeben sich die Ziele auch auf dem Weg, weil sich da wieder ganz neue Möglichkeiten ergeben.

Der Weg ist das Ziel – 3 Impulse

Der Weg ist das Ziel - Frau von hinten mit Hut Sonnenuntergang
Fotocredit: Anatol Lem on Unsplash

Für deinen Weg möchte ich dir heute gerne 3 Impulse mitgeben, welche mich dieses Zitat gelehrt hat.

#1 Der Weg ist das Ziel: Warum dich Ziele nicht unbedingt glücklich machen

Hast du schon mal auf ein Ziel hingearbeitet, alles dafür gegeben und es dann auch erreicht?

Wie lange hast du dich daran erfreut, dass du dieses Ziel erreicht hast?

Und wie lange hat es gedauert, bis du dir das nächste Ziel gesetzt hast?

Meist ist es doch so – die Freude dauert leider nicht allzu lange an.

Es macht sich eher eine Erleichterung in uns breit. Je nachdem was unser Ziel war.

Wenn es z.B. eine Prüfung beinhaltet hat, dann fällt uns natürlich ein riesen Stein vom Herzen, wenn wir dieses Ziel endlich erreicht haben und alles gut gelaufen ist.

Wir können endlich wieder durchatmen, entspannen, fühlen uns leichter und befreit.

Aber manchmal fühlt man auch eine gewisse Leere in sich, wenn man das Ziel dann endlich erreicht hat.

Man hat so lange darauf hingefiebert, alles dafür gegeben und plötzlich ist es da. Aber irgendwie ist doch alles noch wie vorher.

Man hat zwar einen anderen Titel, einen neuen Job etc. aber man ist immer ja noch derselbe Mensch – mit demselben Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein.

Auch wenn man vielleicht gedacht hat, dass das Ziel dem Ganzen einen riesen Schub geben würde.

Und da wir Menschen so gepolt sind, dass wir immer mehr wollen, möchten wir auch immer mehr erreichen. Wodurch die Freude über das erreichte Ziel auch nicht unbedingt so lange anhält, denn da wartet ja schließlich schon das nächste Ziel in der Pipeline.

Wir stehen ständig unter Strom und Anspannung. Ziele bringen auch einen gewissen Druck mit sich, gerade wenn z.B. ein Abschluss, ein neuer Job oder die erfolgreiche Gründung eines Unternehmens dahinter stehen.

Das kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein und uns jegliche Kraft rauben.

Darum sind es nicht wirklich unsere Ziele, die uns glücklich machen.

#2 Der Weg ist das Ziel: Welche Tugend dich die Reise genießen lässt

Geduld – ganz einfach und zwar vor allen Dingen mit dir selbst.

Geht nicht alles nach unserem Kopf, so werden wir schnell ungeduldig.  

Wir versuchen Abkürzungen zu nehmen, die sich letzten Endes als Sackgassen herausstellen oder den Weg nur beschwerlichen.

Ja wir verlieren sogar teilweise die Geduld und geben frühzeitig auf.

Indem du Geduld für dich und die Sache aufbringst, wirst du ruhiger und gelassener.

Versuche dir den folgenden Satz immer wieder vor Augen zu führen: Alles zu seiner Zeit.

So banal das auch klingen mag, aber alles hat seine Zeit im Leben – manche Dinge können wir aktiv beeinflussen und andere wiederum nicht.

Bei den Dingen, die wir nicht beeinflussen können ist es sehr hilfreich, sie einfach so anzunehmen wie sie sind, denn ändern können wir sie ja dann eh nicht.

Schenke dir die Geduld und die Ruhe um deinen Weg zu gehen, bevor du über deine eigenen Füße stolperst.

#3 Der Weg ist das Ziel: Wie du deine Erfüllung auf dem Weg findest

Die Freude kommt vom Tun.

Das ist das woraus wir Kraft und Energie schöpfen, ja unsere Lebensfreude gewinnen können.

Also ist es wichtig, dass dir das was du tust auch Freude bereitet.

Klar kannst du z.B. 1 Jahr lang in einem Job arbeiten, der dich total ankotzt, nur um die Beförderung zu bekommen, die du dir so sehr wünschst.

Aber das ist ein Jahr deines Lebens, das du dafür opfern wirst. Ich bezweifle, dass du zum einen irgendwelche Freude dabei verspüren wirst und zum anderen dich das Endziel so erfreut, dass es dich über das verlorene Jahr hinwegtrösten wird.

Wir treffen Entscheidungen im Leben und dafür müssen wir dann die volle Verantwortung tragen.

Treffen wir die falschen Entscheidungen, so fühlen wir uns oft in einer Opferrolle – alle sind gemein, die Welt ist böse und schlecht. So einen schlimmen Job habe ich gar nicht verdient. 

Na dann mach ihn nicht – so einfach ist das.

Lieber brauchst du ein bisschen länger, um an dein Ziel zu kommen. Und es gibt nie nur diesen einen Weg, sondern immer mehrere.

Das Wichtige ist, dass du Freude bei dem verspürst, was du tust.

Fazit

Ich persönlich setze mir gerne Ziele, weil sie mich anspornen und motivieren – Hin und wieder werfe ich sie aber auch gerne mal über den Haufen. 🙂

Bei der Zielsetzung solltest du stets darauf achten, dass du dich nicht zu sehr auf das Ziel versteifst, bleib flexibel, sonst verpasst du vielleicht eine tolle Gelegenheit auf dem Weg.

„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“

John Lennon

Vielleicht bist du ja eher nicht der Typ, der sich regelmäßige Ziele steckt. Was, wie oben bereits erwähnt, aber nicht bedeuten muss, dass du nicht auch deinen Weg meistern wirst.

Wie gesagt, es gibt auch sehr erfolgreiche Menschen, die sich keine Ziele setzen.

Dann sind es stattdessen vielleicht Pläne, Träume, Wünsche oder Visionen die du hast.

Auf jeden Fall hat jeder von uns einen Weg, der gegangen werden will und damit verbundene Entscheidungen, die getroffen werden wollen.

Wie so viele Dinge in deinem Leben, liegt es allein in deiner Hand, welche Entscheidungen du triffst und wie du den Weg gehst.

Natürlich gibt es Herausforderungen, die uns immer wieder auf unseren Wegen auflauern werden, das gehört einfach zum Leben dazu. Hier ist nur die Frage wie du damit umgehst.

Nichts hat eine Bedeutung, bis du den Dingen eine Bedeutung gibst.

Und wie sagt man so schön – Es gibt nicht das falsche Wetter, sondern nur die falsche Kleidung.

Also mach dich bereit – für Regen, Sturm, Schnee, genauso wie für sonnige Tage mit wunderbar blauem Himmel.

Ich wünsche dir auf deinem Weg viel Freude, bei dem was du tust und vor allen Dingen wunderbare Erkenntnisse.

Deine Julie 

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