Schreibtisch mit Büchern und Peacezeichen aus Holz

Innerer Frieden: Wie du deine Balance wiederfindest

Dieser eine Moment in absoluter Stille, in dem wir komplett in Harmonie und Einklang mit uns selbst sind. Dieser eine Moment, der erholsamer sein kann als ein Kurzurlaub.

Manchmal erleben wir ihn – vielleicht bei einer Meditation, einer Yogaeinheit, einem Spaziergang in der Natur oder ganz einfach Zuhause auf dem Sofa bei einer Tasse Tee.

Und dann?

Kurz darauf stürzen wir uns wieder Hals über Kopf in den turbulenten Alltag mit vollen Terminkalendern und jeder Menge Verpflichtungen.

So bleibt auf Dauer natürlich kein innerer Frieden bestehen.

Glücklicherweise gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie du zurück zu diesem inneren Frieden finden kannst.

Dazu musst du auch kein Yogi sein oder jeden Tag mindestens 1 Stunde lang meditieren, auch wenn das sehr gut tut.

Wie, das erfährst du in diesem Artikel.

Was ist innerer Frieden?

Innerer Frieden bedeutet mit sich selbst im Einklang zu sein, innere Balance und Harmonie zu spüren.

In diesem Moment hast du nicht das Gefühl dich mit irgendjemandem oder irgendetwas vergleichen oder messen zu müssen.

Du bist einfach zufrieden und glücklich mit dem, was du hast, wer du bist und was du tust.

Ich finde man kann die Menschen, die ihren inneren Frieden gefunden haben immer sehr gut erkennen und zwar an 3 Dingen: Ruhe, Zufriedenheit und Gelassenheit.

Diese Menschen scheint nichts aus der Ruhe zu bringen, sie regen sich nicht groß auf, hetzen nicht über andere und wirken einfach total entspannt.

Gerade in der heutigen Zeit bei dem ganzen Trubel Rubel und den ganzen gestressten Menschen stechen diese Menschen natürlich heraus.

Wie findet man Frieden mit sich selbst?

Inneren Frieden mit sich selbst zu finden ist nicht immer ganz einfach.

Aber nur, weil es nicht einfach ist, heißt es nicht, dass es nicht machbar ist.

Wichtig sind hier 2 generelle Erkenntnisse, die wie ich finde, einem im Leben weiterhelfen.

  1. Nichts hat eine Bedeutung, bis du den Dingen eine Bedeutung gibst
  2. Innerer Frieden, den können wir uns nur selbst geben

Innerer Frieden beginnt bei dir.

Warum?

Na weil du den Dingen eine Bedeutung schenkst, weil du deine Gedanken kreierst und somit auch deine Gefühle, wonach du letzten Endes deine Handlungen ausrichtest.

Du allein bestimmst, wer dich verletzen kann, wie du anderen Menschen gegenübertrittst oder sie bewertest, ob du dir selbst vertraust oder dich ständig mit anderen vergleichen musst.

Du allein hast es in der Hand – Die 90/10 Regel lautet:

10% sind die äußeren Umstände, das was uns passiert – im Äußeren.

90% sind die inneren Umstände, wie wir darauf reagieren und was wir daraus machen.

„Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum haben wir die Freiheit und die Macht, unsere Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.“

Viktor E. Frankl

Es gibt aber tatsächlich ein paar Methoden, die dir dabei helfen inneren Frieden zu finden. Diese möchte ich dir gerne im Folgenden vorstellen.

Innerer Frieden – 4 Methoden für mehr Balance

Innerer Frieden - Frau mit Hut steht in der Natur
Fotocredit: Roberto Nickson on Unsplash

#1 Innerer Frieden durch Vergebung und Loslassen

Nur zu oft tragen wir alte Wunden und Verletzungen aus der Vergangenheit mit uns herum.

Wir haben uns ungerecht behandelt gefühlt, nicht das bekommen, was wir erwartet haben usw..

Solange wir nicht endgültig mit dieser Vergangenheit abschließen, können wir keinen inneren Frieden finden. Die Wunden werden immer wieder aufreißen und Schmerz mit sich bringen.

Die Vergangenheit ist vergangen und egal wie fies und hässlich die Geschichte ist, die uns passiert ist, wir können sie nicht mehr ändern – passiert ist passiert.

Das Einzige, was wir tun können ist ihr eine andere Bedeutung zu geben.

Indem wir denen, die uns diesen Schmerz zugefügt haben vergeben und sie loslassen, lassen wir auch diese Geschichte und den Schmerz los.

An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass Vergebung nicht bedeutet, dass du gutheißt, was diese Person getan hat oder was da passiert ist.

Es bedeutet auch nicht, dass du der Person ihretwegen vergibst, nein, du tust es für dich! Damit du deine Ruhe und deinen inneren Frieden findest – mit dir selbst und mit deiner äußeren Welt.

„Innerer Frieden beginnt, wenn das Drama deiner eigenen Geschichte keine Kontrolle mehr über deine Gedanken und deine Gefühle hat.“

Angela D. Kosa

Sieh genau hin

Zu dem Prozess des Vergebens und Loslassens gehören vor allem zwei Dinge: Allein sein und hinsehen!

Viele von uns stehen unter Dauerbeschallung und betäuben sich regelmäßig – Leute treffen, Serien schauen, feiern gehen, Fast Food und Süßes in sich reinschaufeln, Alkohol – nichts gegen ein gutes Gläschen, aber ich glaube du verstehst mich.

Man versucht sich ständig abzulenken, um einfach nicht hinsehen zu müssen.

Wie oft setzt man sich abends nach getaner Arbeit hin und beschäftigt sich nur mit sich selbst? Also ich meine damit z.B. wie es einem geht und was man für Gedanken mit sich trägt.

Sobald man nur ein paar Minuten allein ist, wird das Handy rausgeholt – ach noch schnell Facebook und Instagram checken oder kurz mal ein YouTube Video anschauen.

Hat man etwas länger Zeit, dann dürfen es auch mal ein paar Serien am Stück sein, gerne auch die, die man schon mal gesehen hat.

Obwohl wir eigentlich so jede Menge Gerümpel in unserem emotionalen Keller stehen haben, der mal ausgemistet werden müsste.

Aber worauf hast du wohl mehr Lust nach Feierabend: Den Keller auszumisten oder dich mit einer Serie auf der Couch einzukuscheln? Eben.

„What you do today can improve all your tomorrows.”

Ralph Marston

Indem du die Dinge anpackst, legst du den Grundstein für eine bessere Zukunft – ohne alten Ballast und Schmerz.

Wie du es schaffst zu vergeben und loszulassen, erfährst du in diesem Artikel

Und wenn du wirklich das Gefühl hast, selbst noch ein bisschen mehr tun zu wollen und selbst herauszufinden, warum du mit manchen Dingen so umgehst, wie du es tust, dann kann ich dir nur wärmstens das Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“* von Stefanie Stahl empfehlen.

Für mich persönlich waren hier viele Aha-Momente drin, sowie viele tolle neue Erkenntnisse. 

#2 Innerer Frieden durch Akzeptanz

Akzeptieren was ist.

Wir regen uns so oft über Dinge auf, die wir gar nicht beeinflussen können. Wir sind verärgert, wütend, werden zornig und sind gestresst, um nur einige Gefühlszustände zu nennen.

Aber können wir in Wirklichkeit etwas an der Situation ändern?

Die Antwort hierzu lautet nur allzu oft – Nein können wir nicht.

Also ob man sich jetzt darüber aufregt, ärger, stresst oder nicht, verändert an der Tatsache, dass diese Situation so ist, wie sie ist rein gar nichts.

Wie sagt die Polizei in den Krimis immer so schön: „Widerstand ist zwecklos.“

Was passiert, wenn wir Widerstand gegen eine Situation leisten? Der Widerstand kostet uns jede Menge Kraft und Energie.

Die ganze Energie, die dabei flöten geht, könnte man für so viele andere Dinge nutzen.

Das ist ein bisschen so, wie wenn man im Winter die Heizung voll aufdreht und das Fenster aufstehen lässt – und sich dann am Ende des Monats über eine enorm hohe Energiekostenrechnung wundert.

So verpulvert man seine Energie und wundert sich dann am Ende des Tages, warum man so müde und abgekämpft ist.

Um zu akzeptieren was ist, sollte man sich in Achtsamkeit üben.

Warum?

Durch eine achtsame Wahrnehmung können wir genau beobachten, was in diesem Moment gerade passiert, ohne es zunächst zu bewerten.

Denn diese ganze Bewertung, übernimmt die Stimme in unserem Kopf – die Gedanken, die uns dann wiederum erzählen, warum es das ja wohl nicht sein kann, was das für eine Frechheit ist, warum diese oder jene Person uns jetzt den Tag vermasselt hat und lauter weitere so tolle Geschichten.

Einfach mal bewusst wahrnehmen, was gerade passiert, ohne es zu bewerten.

Hierzu hat Eckart Tolle meiner Meinung nach ein wunderbares kurzes Beispiel geliefert.

Also versuche die Dinge erst einmal nur wahrzunehmen, was da gerade passiert. Denn wenn uns bewusst wird, dass es so schlimm gar nicht ist, fällt es uns auch viel leichter zu akzeptieren was ist und wie es ist.

Und somit verwandelt sich eventueller Widerstand in Akzeptanz, unsere Energie bleibt bei uns und unser innerer Frieden bleibt bestehen.

#3 Innerer Frieden beginnt in dem Moment – im hier und jetzt

Fakt ist, dass wir uns die meiste Zeit mit unseren Gedanken entweder in der Zukunft oder in der Vergangenheit aufhalten.

Wir trauern vergangenen Beziehungen hinterher, ärgern uns darüber etwas verloren zu haben oder unrecht behandelt geworden zu sein beziehungsweise vielleicht haben wir auch Schuldgefühle, weil wir jemanden schlecht behandelt haben.

Darüber hinaus machen wir uns Sorgen um die Zukunft, ob das wirklich alles so klappen wird, wie wir uns das vorgestellt haben, was bloß aus uns, dem Job, der Beziehung, den Kindern etc. werden wird. 

Nur ganz selten sind wir im Hier und Jetzt präsent.

Aber das ist genau dort, wo innerer Frieden beginnt – in dem Moment, im Hier und Jetzt.

So oft hängt man mit den Gedanken in der Vergangenheit oder in der Zukunft, macht sich Sorgen, kreiert dadurch diese negativen Gedanken, dadurch wiederum negative Gefühle und fühlt sich schlecht wegen etwas, das entweder bereits längst der Vergangenheit angehört oder noch gar nicht ist.

Es ist quasi nicht real, wir kreieren es.

Buchtipp: Jetzt! Die Kraft der Gegenwart – Eckart Tolle*

Übe dich im Hier und Jetzt – körperlich wie mental

Geh aus dem negativen Gefühl raus, steht auf, trink ein großes Glas Wasser, zwick dich einmal fest in den Arm, hole dich ins Hier und Jetzt zurück.

Meine Spanischlehrerin hat mich so oft darauf hingewiesen, wenn wir über solche Gedanken gesprochen haben – sie nutzt für sich regelmäßig das: Aquí y ahora! (Hier und Jetzt) Und bringt sich somit zurück in die Gegenwart.

Sie meinte, wenn sie sich schlecht fühlt, wegen irgendwelchen negativen Gedanken der Vergangenheit oder der Zukunft betreffend, dann fragt sie sich:

„Wo bist du jetzt?“

„Ich bin Zuhause, sicher und beschützt.“

„Und was ist jetzt gerade?“

„Ich sitze hier gerade in meinem Schaukelstuhl, denke nach und trinke eine Tasse Tee.“

Sie führt sich exakt vor Augen wo sie ist und was sie gerade tut, um sich dann selbst daran zu erinnern, dass ihre Gedanken nichts mit dem Hier und Jetzt zu tun haben – sie sind einfach nicht real.

Wohingegen das geschützte Zuhause, der Schaukelstuhl und die Tasse Tee es schon sind.

Wenn du dich das nächste Mal also in so einer Situation befindest, in der du negative Gedanken hast, die wiederum gerade dabei sind negative Gefühle in dir hervorzurufen, dann übe dich darin aus der Situation herauszugehen, entweder durch eine der oben beschrieben körperlichen Handlungen oder indem du dir laut (oder auch leise) vorsagst:

Hier und Jetzt!

Stelle dir die Fragen: Wo bin ich gerade? Und was tue ich gerade?

Führe dir somit vor Augen, dass deine Gedanken nicht real sind und dass du die Macht hast, über sie und über deinen Gefühlszustand zu entscheiden.

#4 Innerer Frieden durch Dankbarkeit

Wie findet man innere Ruhe und Zufriedenheit – indem man Dankbarkeit praktiziert!

Dankbarkeit hat so viele wunderbare Vorteile, dass es eigentlich schon eine Medizin ist.

Dankbare Menschen haben mehr Energie, sind zufriedener, belastungsfähiger, blicken optimistisch in die Zukunft, sind gesünder, sind positiver, empfinden mehr Freude, Zufriedenheit, Liebe, Mitgefühl und vieles mehr.

Die Liste könnte noch um einiges verlängert werden.

Dankbarkeit löst etwas in uns aus – ein wunderbares Gefühl.

Warst du schon einmal so richtig dankbar? Für einen Menschen, der in dein Leben gekommen ist, für eine Sache die passiert ist?

Gehe einmal kurz zurück zu diesem Moment und erinnere dich daran wie du dich dabei gefühlt hast.

Dieses Gefühl tut uns nicht nur unheimlich gut sondern bringt uns auch innere Ruhe und Zufriedenheit.

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren die glücklich sind. “

Francis Bacon

Um die Dankbarkeit fest in unserem Leben zu verankern, ist es wichtig diese regelmäßig zu praktizieren. Am besten täglich.

Wie du das machst, bleibt dir überlassen.

Du kannst dir z.B. vornehmen heute 3 Menschen bewusst deinen Dank auszusprechen – jeder freut sich über ein ausgesprochenes: „Vielen Dank, das ist sehr freundlich von Ihnen“ anstelle eines kurz gemurmelten „Danke“.

Oder du kannst dir auch überlegen, wer dir in letzter Zeit bei etwas geholfen hat oder dir etwas Gutes getan hat. Du kannst ihn also entweder anrufen und sagen, dass du dich einfach nochmal dafür bedanken wolltest oder du kannst auch eine Nachricht schreiben, in welcher du deinen Dank aussprichst.

Vieles wird heute für selbstverständlich hingenommen, umso schöner ist es dann natürlich auch mal so eine Nachricht zu bekommen.

Ich persönlich halte gerne meine Dankbarkeit auf Papier fest – und zwar jeden Tag.

Es gibt täglich so viele Dinge, für die wir dankbar sein können.

Das 6-Minuten-Tagebuch* hilft mir sogar dabei noch einen Schritt weiter zu gehen. Durch positive Selbstreflexion lässt es mich schon optimistisch und mit einem Lächeln auf den Lippen in den Tag starten und am Abend erinnere ich mich nochmal an die guten Momente des Tages.

Das sind so kleine Glückseinheiten, die dir den Tag versüßen und dein Inneres stärken.  

Das Fazit

Innerer Frieden beginnt bei dir. Du hast es in der Hand.

Und auch wenn du gerade ein paar stürmische Zeiten hinter dir hast, nutze die oben genannten Methoden, um von dem starken Seegang auf einen ruhigen Ozean zu gelangen.

Unsere innere Welt spiegelt sich in der äußeren Welt wider.

Bevor du versuchst, etwas in deiner äußeren Welt zu ändern und dadurch mehr Zufriedenheit und Freude zu erfahren, schau erst mal in dein Inneres und beginne damit dir selbst ein fester Anker in deinem Leben zu sein, der dir Halt und Kraft gibt.

Indem du diese Methoden regelmäßig praktizierst, kommst du mehr in deine Mitte, findest deine innere Balance wieder und schließlich auch deinen inneren Frieden.

Ich wünsche dir viele tolle Momente in Harmonie und Einklang mit dir selbst.

Deine Julie

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